Vater-Kind-Kur
Vor kurzem noch ein Privileg von Müttern, die Mutter-Kind-Kur, gibt es inzwischen auch Einrichtungen, die sich auf die Durchführung von Vater-Kind-Kuren spezialisiert haben. So bietet zum Beispiel die Vater-Kind-Klinik Feldberg Vater-Kind-Kuren in einem eigens hierfür reservierten Gebäude an. Väter werden in Männergruppen betreut und es gibt eine eigene Konzeption die auf die Bedürfnisse von Vätern ausgerichtet ist. Mehr Infos zur Klinik und zum Konzept finden sich unter http://www.vater-kind-kur.de oder am kostenlosen Beratungstelefon für Vater-Kind-Kuren: 0 8000 / 82 82 82.
Wenn Papa reif für die Insel ist
Erste Vater-Kind-Kur auf Norderney
Auf der idyllischen ostfriesischen Insel Norderney haben 25 Väter mit ihren 38 Kindern eine Kur gemacht - die erste reine Vater-Kind-Kur in Deutschland überhaupt. Drei Wochen dauerte die von vier nordrhein-westfälischen Caritas-Bezirken angebotene Kur, von Anfang Februar bis Anfang März 2001. "Die Anfragen häuften sich, also haben wir reagiert" sagt Maria Schumacher, die zuständige Referentin für die Bereiche Kur und Erholung beim Diözesancaritasverband Münster. Tatsächlich übernähmen immer mehr Väter neben ihren Jobs auch Erziehungsverantwortung. Ob "nur" Hausmann oder doppelbelastet: Irgendwann käme der Punkt, wo sich auch Väter überfordert fühlten oder ihnen einfach eine Auszeit gut täte.
Väterkur nicht gleich Mütterkur
Die erste Vater-Kind-Kur war keine Mutter-Kind-Kur, bei der einfach der weibliche gegen den männlichen Elternteil ausgetauscht wurde. Die Angebote waren speziell auf die Bedürfnisse von Vätern, genauer gesagt von Männern zugeschnitten: Wettkampfspiele statt Gymnastik, Wattwanderung statt Strandspaziergang: Für die Väter wurde mehr Wert auf körperliche Aktivität gelegt als bei den Müttern.
"Nur wer zu Hause bleibt, erholt sich"
Die Meinungen der Männer zum Kuren mit Kindern gehen auseinander: "Der einzige der sich erholt, ist doch der, der zu Hause bleibt" meint Elmar Gröne. Er hat selbst zwei noch kleine Kinder. Eine Mutter-Kind-Kur, bei der er dann allein zu Hause bleiben kann, fände er für sich erholsamer. Stefan Frisch fragt sich, warum denn überhaupt Väter und Mütter getrennt zur Kur geschickt werden müssen. Peter Schmidt würde sofort mitfahren - wenn er sich das beruflich leisten könnte. "Die Kur für Papas mit Kindern ist deshalb leider ein für die meisten Väter unrealistisches Angebot", meint Schmidt.
Teilnehmer der Kur sehr zufrieden
Die Experiment Vater-Kind-Kur scheint bei den "Versuchskaninchen" (Zitat Maria Schumacher) auf Norderney aber sehr gut angekommen zu sein. Zumindest zeigte das "Befindlichkeitsbarometer" eine immer bessere Laune an: Die Betreuer hatten die Teilnehmer gebeten, wöchentlich die Stimmung auf einer Skala zu bewerten. In den ersten Tagen erreichte das Barometer einen Wert von maximal sieben, in den nächsten Wochen dagegen gaben fast alle kurenden Väter Bewertungen von acht und neun auf der Skala ab.
Weitere Kuren für Väter sehr wahrscheinlich
Die nächste Kur ist für den Herbst geplant. Sollten sich dabei die guten Erfahrungen der ersten Kur wiederholen, wird es auf der Nordsee-Insel wohl ein ständiges Angebot für Väter und ihre Kinder geben. Der leitende Kurarzt auf Norderney, Dr. Olaf Weber-Beermann, rechnet mit einem großen Bedarf. Nach seinen Angaben wäre etwa jeder vierte Mann, der eine Reha-Kur macht, in einer Vater-Kind-Kur besser aufgehoben. "Wenn familiäre Strukturen das ursächliche Problem sind, nutzt es nichts, wenn die Männer das fünfte Mal in eine Reha-Einrichtung fahren." Interessierte Papas, die sich angesprochen fühlen und beim nächsten Probelauf teilnehmen möchten, können sich schon jetzt bei der örtlichen Caritas melden. Sie müssen aber schnell sein. Als die jetzt abgeschlossene Kur im letzten Jahr angeboten wurde, waren schon nach vier Wochen alle Plätze belegt.
AKS auf WDR 2.3.2001
An:
Vier Jahreszeiten.
Klinik für Mutter und Kind
77770 Durbach/Südbaden
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe gerade Ihren Leistungsprospekt erhalten. Anerkennenswert, dass sie
versuchen, auch die Väter gleichberechtigt in dem Prospekt anzusprechen.
Durchgängig ist Ihnen das noch nicht gelungen, so sind im Namen Ihrer Klinik Väter
nicht angesprochen, auch Ihre e-mail Adresse muki@hurrle.de
wäre besser
umbenannt in mukiva@hurrle.de.
Oder im Satz "Für jedes die Mutter begleitende Kind ist werktags ein Platz
in der Krabbelgruppe ... sichergestellt. Auf dem blauen Beiblatt sind die Väter
vollständig herausgefallen.
Auch auf den Fotos des Prospektes sieht mann, bzw. frau nur Frauen. Vielleicht
haben Sie bisher ja noch keine Väter bei sich gehabt, doch ich denke, dass man
in solch einem Fall auch einmal ein wenig schummeln darf und den Hausmeister,
den Klinikchef oder einen Physiotherapeuten für ein Foto ins Bild stellen darf,
mitunter haben diese ja auch Kinder, so dass dann auch ein richtiger Vater in
die Kameralinse blickt.
Mit freundlichen Grüssen
Paul Müller